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Telefon: 030 - 74 73 58 69
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Annika Tillmans
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Meist gestellte Fragen zum Projekt

Stimmt es, dass die kompensatorische Sprachförderung beendet wird?
Nein, die kompensatorische Sprachförderung wird nicht beendet, sie wird weiterentwickelt. Parallel dazu soll auch die alltagsintegrierte Sprachförderung weiter unterstützt und verbessert werden und zukünftig sollen diese beiden Stränge noch stärker miteinander verbunden werden.  
Das heißt nicht, dass auf unterstützende Maßnahmen, die Kinder mit Sprachauffälligkeiten identifizieren und ihnen den Schuleintritt erleichtern können, ersatzlos verzichtet werden kann und soll. Nach wie vor soll den Kindern durch zusätzliche Hilfen der Übergang in die Schule zu erleichtert werden. Deshalb bleiben die Sprachstandsfeststellung mit dem „Kindersprachtest für das Vorschulalter KISTE“ und das Sprachförderprogramm „Handlung & Sprache“ erhalten.
Eine Übersicht über das aktuelle Verfahren finden Sie hier.

Wo können wir die Meilensteine der Sprachentwicklung bestellen?
Die Meilensteine der Sprachentwicklung können Sie bei Ihrem/r Praxisberater*in bestellen oder auf der Seite des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg kostenlos herunterladen.

Ist die Anwendung der Meilensteine verpflichtend?
Die Kitas im Land Brandenburg sind zur kontinuierlichen Beobachtung und Dokumentation des Sprachentwicklungsstandes ihrer Kinder verpflichtet. Das MBJS empfiehlt dafür die Anwendung der „Meilensteine der Sprachentwicklung“, da es sich dabei um ein leicht handhabbares und gleichzeitig aussagekräftiges Instrument handelt, das eine konkrete Arbeitsgrundlage für die alltagsintegrierte Förderung in der Kita bietet. Es ist den Kitas jedoch freigestellt, andere etablierte Verfahren, wie z.B. Entwicklungstabellen, zu nutzen. Die Sprachentwicklung muss jedoch in ihren unterschiedlichen Facetten erfasst werden und es sollte einen klaren Indikator für die Anwendung des Kindersprachtests geben. Bei den Meilensteinen ist das der Fall, wenn zum Beobachtungszeitpunkt „60 Monate“ eine Zuordnung zu den Farben gelb oder rot erfolgt. Lediglich die WESPE darf nicht mehr eingesetzt werden, da sie veraltet und durch die eher abstrakten Fragen zu anfällig für Beobachtungsfehler ist.

Muss ich die Original-Protokollbögen für die KISTE verwenden und wo kann ich sie nachbestellen?
Die Protokollbögen des Kindersprachtests KISTE sind durch das Urheberrecht geschützt. Sie dürfen also nicht kopiert werden. Eine Ausnahme besteht bei der Anwendung zu Übungszwecken, weshalb wir sie in der Fortbildung in Auszügen als Arbeitsblatt einsetzen können. Für die tatsächliche Sprachstandsfeststellung in der Kita können sie die für das aktuelle Kita-Jahr benötigten Bögen bei uns im BIfF bestellen. Ein Anruf genügt und wir schicken Ihnen die Bögen kostenfrei zu.

Welche neuen Materialien gibt es für die Fachkräfte in der kompensatorischen Sprachförderung und wie kann ich sie erhalten?
Vom BIfF und dem MBJS wurden neue Materialien zur Unterstützung der kompensatorischen sowie der alltagsintegrierten Sprachförderung erstellt, die im Rahmen des Projekts „Kompensatorische Sprachförderung im Jahr vor der Einschulung“ ausgegeben wurden. Die „Meilensteine der Sprachentwicklung“ verteilten die Jugendämter der Landkreise an jede Kita. Der „Methodenkoffer“ als ergänzendes Material zu Handlung & Sprache wurde direkt von uns ausgegeben.
In den vergangenen Reflexionstreffen hatten unsere Dozent*innen alle Materialien dabei, um den Erzieher*innen auch direkt etwas mitgeben zu können. Die Teilnehmer*innen der neu beginnenden Kurse erhalten auch noch einmal alle relevanten Materialien. Die Meilensteine können bei den Jugendämtern nachbestellt werden und den Methodenkoffer schicken wir vom BIfF auf Anfrage als PDF zu.

Was passiert mit den Materialien, wenn ein/e Erzieher*in die Kita verlässt?
Die Materialien zur Sprachstandsfeststellung, insbesondere die KISTE, verbleiben in der Einrichtung. Es müsste inzwischen jede Einrichtung über mindestens eine KISTE, ein Exemplar von Handlung & Sprache sowie einen Methodenkoffer verfügen. Nur die persönlichen Notizen gehören selbstverständlich den Privatpersonen. Alle anderen Materialien sind einrichtungsbezogen verteilt. 

Wie sind die Kosten für die Fortbildung?
Die Fortbildung ist für die Teilnehmenden kostenlos, einschließlich der Materialien. Allerdings müssen die Fahrtkosten selber getragen werden.

Wann können wir uns für die Fortbildung anmelden?
Sie können sich jederzeit für die Fortbildung anmelden. Bitte nutzen Sie dafür das Anmeldeformular

Wann und wo starten die Fortbildungen?
Die Fortbildungen finden zweimal im Jahr statt, im Frühjahr (Februar/März) starten Kurse und im Herbst (September) ebenfalls. Wieviele Kurse stattfinden und an welchen Orten entscheidet sich aufgrund der Anmeldungen.  

Wer kann an der Fortbildung teilnehmen?
Das Team sollte gemeinsam beraten, wer an der Fortbildung teilnimmt. Auch, wenn die Fortbildung nur von einem/r Kollegen*in absolviert wird, ist die kompensatorische Sprachförderung eine Teamaufgabe, denn alle in der Kita sind (indirekt) daran beteiligt. Bei der Auswahl des/r Kollegen*in kann sich das Team an folgenden Kriterien orientieren:
- Der/die Erzieher*in sollte ein Sprachvorbild für Kinder darstellen (grammatikalisch 'richtig' sprechen, ohne Dialekt),
- er/sie sollte ein Interesse an Sprache und Sprachförderung mitbringen, empathisch und einfühlsam in die Interaktion gehen können,
- er/sie sollte über einige Jahre Berufserfahrung verfügen,
- er/sie sollte nicht innerhalb der nächsten zwei/drei Jahre in den Ruhestand gehen,
- er/sie sollte drei bis fünf Monate im Jahr 'dienstplanmäßig' die Möglichkeit haben, die Sprachstandsfeststellung und kompensatorische Sprachförderung täglich durchzuführen,
- er/sie sollte die die kitaintegrierte Sprachförderung im Team und evtl. anderen kitafremden Personen vorstellen können und ggf. als Multiplikator*in wirken.

Ich habe die Kita gewechselt. Wie kann ich die Einladungen zu den Reflexionstreffen weiterhin erhalten?
Einen Adresswechsel für Ihre Post von uns können sie uns entweder per Email, per Telefon oder durch einen Vermerk auf der Anwesenheitsliste beim Besuch eines Reflexionstreffens mitteilen. Die neue Adresse wird in unsere Datenbank aufgenommen und Sie erhalten die Post künftig dorthin.

Müssen wir die Sprachstandsfeststellung in unserer Kita durchführen? 
Zum Schuljahr 2007/08 ist die Änderung des Kitagesetzes in Brandenburg in Kraft getreten. Dies bedeutet, dass die Kitas, die die Möglichkeit der Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung haben, diese auch anbieten und durchführen müssen (§ 3 Aufgaben und Ziele der Kindertagesstätte, Absatz 1).

Wie werden die zusätzlich vom Land Brandenburg zur Verfügung gestellten Mittel verteilt?
Die finanziellen Mittel für Personal und evtl. Sachmittel werden an die Landkreise (Jugendämter) weitergeben und von dort aus weiter verteilt. Die Entscheidung darüber, wie das Geld verteilt wird, obliegt den Jugendämtern in den Landkreisen.

Sind die Hauskinder während der Zeit der kompensatorischen Sprachförderung versichert? 
Ja, die Hauskinder sind in der Zeit, in der sie sich für die kompensatorische Sprachförderung in der Kita aufhalten, versichert. 
Im Gesetz heißt es hierzu (Neufassung des § 2 Abs.1 Nr. 8a SGB VII):
"Kraft Gesetzes sind versichert: Kinder während des Besuchs von Tageseinrichtungen, deren Träger für den Betrieb der Einrichtungen der Erlaubnis nach § 45 des Achten Buches oder einer Erlaubnis aufgrund einer landesrechtlichen Regelung bedürfen, [...] sowie während der Teilnahme an vorschulischen Sprachförderkursen, wenn die Teilnahme auf Grund landesrechtlicher Regelungen erfolgt."

Was ist das Sprachförderprogramm Handlung & Sprache?
Dieses Sprachförderprogramm ist eine allgemeine Sprachanregung und ersetzt nicht den Besuch beim Kinderarzt, Hals-Nasen-Ohrenarzt und die logopädische
Diagnostik und Behandlung, wenn das Kind eine Entwicklungsverzögerung bzw. Sprachstörung aufweist. Das Programm hat das Ziel, den Wortschatz der Kinder auf eine spielerische und strukturierte Art und Weise zu erweitern und es bei der Bildung grammatikalischer Strukturen zu unterstützen. Die Kinder sollen vor allen Dingen Spaß und Motivation zum Sprechen erfahren. Artikulationsstörungen können mit Handlung und Sprache nicht behoben werden, Kinder mit u. a. diesen Sprachstörungen müssen fachärztliche Behandlung in Anspruch nehmen.

Soll die kompensatorische Sprachförderung stärker in die alltagsintegrierte sprachliche Bildung eingebettet werden?
Ja, um eine stärkere Verknüpfung mit dem Kita-Alltag zu ermöglichen, wurde die Verordnung zur Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung im Jahr vor der Einschulung (SfFV) geändert. Nicht geändert haben sich der Umfang der Förderung und die dafür zur Verfügung stehenden Landesmittel. Die Öffnung für eine Förderung durch besondere alltagsintegrierte Angebote darf dabei aber weder zu Lasten des rechtlich vorgegebenen Förderumfangs noch zu Lasten der Fachkräfte gehen! Um das gegenüber den Anforderungen des Alltags abzusichern, bedarf es sicher zunächst einiger Überlegungen bzw. klarer Vorstellungen und Konzepte, wie die Förderung zukünftig gestaltet werden kann. Die entsprechende Verordnung finden Sie hier.

Beginnen die Erzieher*innen während der Fortbildung mit der Sprachstandsfeststellung und der Förderung?
Während der Fortbildung üben die Erzieher*innen mit einigen Kindern (vorzugsweise die, die nicht an der späteren Förderung teilnehmen werden) die KISTE und Sequenzen aus der Sprachförderung mit Handlung und Sprache. Diese häufig videographierten Beispiele werden in den folgenden Modulen aufgegriffen und besprochen. Teilweise beginnen die Erzieher*innen auch schon während der Fortbildung mit den 'regulären' KISTE-Tests (nach dem 3. Modul) und mit der Förderung mit Handlung & Sprache (nach dem 4. Modul).

Welche Kinder nehmen am Verfahren der Sprachstandsfeststellung teil und wie wird das auf dem Bestätigungs-Zettel für die Schulanmeldung festgehalten?
Grundsätzlich nehmen alle Kinder im Jahr vor der Einschulung am Verfahren der Sprachstandsfeststellung teil, denn auch bei Kindern ohne Sprachförderbedarf wurden die Meilensteine angewandt. Besteht kein Sprachförderbedarf, wird auf dem Bestätigungs-Zettel Frage 1 mit „Nein“ angekreuzt, Frage 2 mit „Ja“, Fragen 3 und 4 mit „Nein“. Bei Kindern, mit denen zusätzlich der Kindersprachtest KISTE durchgeführt wurde, werden gegebenenfalls auch die Fragen 3 und 4 mit „Ja“ beantwortet.
Einige Kinder sind von der Teilnahme am Verfahren zur Sprachstandsfeststellung befreit. Dazu gehören Kinder, die sich zum Zeitpunkt der Sprachstandsfeststellung in logopädischer Behandlung oder Sprachtherapie befinden, aber auch Kinder, die aufgrund einer Behinderung nicht sinnvoll mit dem Kindersprachtest getestet werden können. In der Praxis liegen bei einigen dieser Kinder trotzdem die Meilensteine vor. Das wird jedoch auf dem Bestätigungs-Zettel nicht vermerkt. Bei befreiten Kindern wird die Frage 1 auf dem Zettel mit „Ja“ beantwortet, die Fragen 2 bis 4 mit „Nein“.
Nicht befreit sind Kinder, die sich in einer Frühförderung befinden, die jedoch NICHT die Sprache als Schwerpunkt hat. Auch nicht befreit sind Kinder, bei denen eine logopädische oder sprachtherapeutische Behandlung bereits beendet ist oder sie lediglich geplant ist, aber noch nicht begonnen hat.

Nehmen Kinder mit Migrationshintergrund an der Sprachstandsfeststellung teil? Wird bei ihnen die KISTE durchgeführt? Was wird auf der Bescheinigung für die Schulanmeldung vermerkt?

Grundsätzlich nehmen Kinder mit Migrationshintergrund an der Sprachstandsfeststellung teil, denn zum Schulstart geht es darum, welchen Stand die Kinder in der deutschen Sprache im Vergleich zu Kindern ohne Migrationshintergrund haben. Je nach Entwicklungsstand in der deutschen Sprache, ergeben sich unterschiedliche Vorgehensweisen. Der/die Erzieher*in muss verantwortlich zum Wohle des Kindes entscheiden, wie er/sie vorgeht.
Fall 1:
Kann ein Kind noch kein oder nur sehr wenig deutsch, kann die KISTE eigentlich nicht sinnvoll durchgeführt werden, denn es würden vermutlich Null Punkte herauskommen. Ein Kind mit vermutetem Sprachförderbedarf muss aber mit der KISTE getestet werden. Zum Umgang damit hatten die Dozent*innen in den vergangenen Reflexionstreffen unterschiedliche Vorschläge, die wir intern noch einmal diskutiert haben. Hier die beste Lösung für das Dilemma: Der/die Erzieher*in bricht die KISTE nach der ersten Frage ab und nimmt an, dass insgesamt ein sehr geringer Punktwert herausgekommen ist. Auf der Bescheinigung für die Schule, wird folgendes eingetragen: Frage 1 wird mit „nein“ beantwortet, Frage 2 mit „ja“, Frage 3 und 4 auch mit „ja“. Damit ist der gesetzlichen Vorgabe Genüge getan und dem Kind wurde der Sprachförderbedarf bescheinigt. Jetzt können alle Beteiligten gemeinsam überlegen, welches die beste Förderung für dieses Kind ist. Ist es eine angepasste Form von Handlung & Sprache? Oder benötigt das Kind eher einen externen Sprachkurs? Oder eine engere Begleitung beim Spracherwerb im Kita-Alltag? Eventuell ist eine Rücksprache mit dem/der Praxisberater*in sinnvoll.
Fall 2:
Besitzt das Kind bereits einen größeren Wortschatz, steht vielleicht die Grammatikentwicklung im Vordergrund. In dem Fall kann die KISTE regulär zum Einsatz kommen und Kinder mit einem C-Wert unter 4 in den Tests IKO, SB und WO nehmen an der Sprachförderung teil, egal welchen Hintergrunds. Während der Förderung achtet der/die Erzieher*in darauf, das Kind nicht zu überfordern und das Förderprogramm gegebenenfalls an den Sprachstand des Kindes anzupassen. Auf der Bescheinigung für die Schule wird genauso wie im ersten Fall angekreuzt.
Hinweis:
Es kann sein, dass Kinder mit Migrationshintergrund in dem Test SB benachteiligt sind, wenn sie durch den anderen Kulturkreis, in dem sie aufgewachsen sind, einige Begriffe (z. B. Osterhase) nicht kennen. Trotzdem werden die Kinder mit Migrationshintergrund in der Schule weitgehend an der Norm der Kinder ohne Migrationshintergrund gemessen.

Was passiert mit den 'Kann-Kindern' und den zurückgestellten Kindern?

Kann-Kinder:
Diese Kinder können mit unter fünf Jahren eingeschult werden. Damit würden sie die KISTE verpassen, da sie im Jahr vor der Einschulung unter vier sind.
In der Regel ist jedoch nicht zu erwarten, dass bei diesen Kindern eine Sprachauffälligkeit vorliegt. Wenn der/ie Erzieher*in gegen eine frühzeitige Einschulung Bedenken hat, muss sie es den Eltern gegenüber ansprechen.
Zurückgestellte Kinder:
Sehr stark sprachauffällige Kinder im Alter von sieben oder acht Jahren können auch die KISTE für die Sechsjährigen mitmachen. Kinder, die von der Einschulung für ein Jahr zurückgestellt wurden, nehmen noch einmal an der KISTE teil und bei Bedarf auch noch einmal an der Sprachförderung. Es muss jedoch genau definiert werden, wo mögliche Gründe für die Rückstellung liegen und es evtl. einen Hinweis darauf gibt, dass eine starke Störung vorliegt. Hier sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.

Sind Kinder in logopädischer Behandlung von der Sprachstandsfeststellung befreit? Wie wird das auf dem Schreiben für die Schule vermerkt? Können sie trotzdem gefördert werden?
Kinder, die sich in logopädischer Behandlung befinden, sind vom Verfahren der Sprachstandsfeststellung befreit. Der Kindersprachtest wird mit ihnen nicht durchgeführt und auf dem Bestätigungs-Zettel zur Schulanmeldung wird die erste Frage „… war von der Teilnahme am Verfahren zur Sprachstandfeststellung befreit“) mit „Ja“ angekreuzt. Die zweite Frage „… hat am Verfahren zur Sprachstandsfeststellung teilgenommen“ muss damit immer mit „Nein“ beantwortet werden und damit automatisch auch die Fragen 3 und 4.
Es ist in der Praxis häufig so, dass diese Kinder trotzdem mit den Meilensteinen beobachtet wurden und ein erheblicher Sprachförderbedarf zu Tage tritt. Das ist auch gut so, weil die Meilensteine eine Arbeitshilfe für die Erzieher*innen im Rahmen der alltagsintegrierten Sprachförderung darstellen. Auf dem Bestätigungs-Zettel für die Schule wird das jedoch nicht vermerkt.
Generell ist es wünschenswert, dass Kinder in logopädischer Behandlung auch an der kitaintegrierten Sprachförderung teilnehmen. Wenn es die Kapazitäten der Fördergruppe erlauben (max. 6 Kinder pro Gruppe) und es von den Eltern und der Logopädie befürwortet wird, kann der/die Erzieher*in diese Kinder auch ohne selbst durchgeführten Sprachtest mit in die Förderung aufnehmen.

Wie gehen wir mit den Fehlzeiten der Kinder um?
Wenn Kinder unentschuldigt in der Förderung fehlen, können im äußersten Fall Sanktionen nach dem Schulgesetz (Anhörung, Zwangsgeld) erfolgen; in jedem Fall ist das Jugendamt zu informieren (Kinderschutz). Zuerst sollte jedoch immer das konstruktive Gespräch mit den Eltern geführt werden. Die Kita kann generell kein Kind von der Förderung ausschließen, welches zur Förderung verpflichtet ist.
Beispiel:
Zwei Kinder, die an der Förderung teilnehmen, sind zwei Wochen krank.
Der/die Erzieher*in kann mit dem Rest der Gruppe etwas langsamer vorangehen, und wenn alle Kinder wieder gesund sind, an dem Punkt der Förderung weitermachen, an dem mit allen aufgehört wurde. Fehlt ein Kind über einen längeren Zeitraum, muss der/die Erzieher*in individuell auf das Kind eingehen und versuchen, mit dem Kind den Anschluss an die Gruppe zu erreichen.
Wichtig ist:
Der/die Erzieher*in muss eigenständig eine Entscheidung gemäß der Lernvoraussetzungen und der individuellen Lernverläufe in ihrer Fördergruppe treffen. Da könnte in einer Fördergruppe das angegebene Beispiel zutreffend sein, in einer anderen Fördergruppe aber kontraproduktiv. Hier sind die Dozent*innen gefordert, gemeinsam mit den Erzieher*innen mögliche Fälle mit möglichen Lösungen durchzuspielen.        
Generell gilt:
Wenn ein Kind das Förderziel der Einheit mal nicht erreicht, kann trotzdem fortgefahren werden, ABER: Über das Fortschreiten des Programms entscheiden die Kinder. Wenn für eine Einheit zwei Tage statt ein Tag gebraucht wird, ist es in Ordnung. Bedeutsam ist, dass der rote Faden im Lernprozess nicht abreißt.
Wenn ein Kind durch sein Verhalten nicht gruppenfähig ist (der Fördergewinn für die Gruppe gefährdet ist), muss hier nach einer gesonderten Lösung gesucht werden (individuell für das Kind und die Familie, evtl. auch unter Einbezug der Schule, des Jugendamtes, der Erziehungsberatungsstelle oder des Sozialpädagogischen Dienstes).

An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?
Telefonische Beratung zur Umsetzung und Implementierung der Sprachstandserhebung und der Sprachförderung erhalten Sie durch die Ansprechpartnerinnen im BIfF. Frau Tillmans und Frau Braukhane stehen Ihnen unter der Telefonnummer 030 - 74 73 58 69 gerne zur Verfügung. Darüber hinaus sind wir für Sie da, wenn es zur Organisation und zum Rahmen des Projektes Nachfragen, Anmerkungen und/oder Kritik gibt.

Sie können uns auch per Mail erreichen (tillmans@biff.eu) und per Fax: 030 - 74 73 58 67.